1934 oder 1926?

Es taucht bei den Pionieren auch immer wieder die Jahreszahl 1934 als Gründungsdatum auf, dabei handelt es sich weder um ein Versehen noch um einen anderen Zug, diese Jahreszahl war schlicht das erste belegbare Datum für die Existenz des Pionierzuges Holzbüttgen. Es war zwar bekannt, daß der Pionierzug schon vorher existierte, da sich dies aber einfach nicht belegen ließ, nahm man dies Datum als Gründungsjahr. Erst später wurde im Protokollbuch der Sankt Sebastianus-Bruderschaft Büttgen die Teilnahme eines Holzbüttger Pionierzuges im Jahre 1926 festgehalten. Nach Bekanntwerden dieser Tatsache wurde das Gründungsjahr in 1926 geändert.

2006: 80 Jahre Pioniercorps

1926 - 2006

Die Aktivitäten der Holzbüttger Schützen wurden schon sehr früh dokumentiert. Im Protokollbuch der Sankt Sebastianus-Bruderschaft Büttgen ist im Jahr 1908 dokumentiert, dass ein Herr Christian Schmitz aus Holzbüttgen als 3. Brudermeister in den Büttgener Vorstand gewählt wurde. Weiterhin wurden aus Holzbüttgen Franz Blassen, Balthasar Wimmer und Heinrich Fassbender in den Vorstand bestellt. 1910 stellte der Vorstand der Sankt Sebastianus-Bruderschaft Büttgen an die Mitglieder aus Holzbüttgen die Frage, ob sie wohl geneigt wären, sich in Zukunft am Schützenfest zu beteiligen. Gleichzeitig wurden ihnen günstige Bedingungen unterbreitet, die zum Beispiel darin bestanden, dass Holzbüttgen sich nur Kirmes-Sonntagmorgen in Büttgen-Dorf beteiligen sollte und dann nachmittags sowie an den anderen Schützenfesttagen nach Art und Weise in Holzbüttgen feiern konnte.

Von 1914 bis 1920 sind keine weiteren Aufzeichnungen vorhanden. Am 16. Mai 1920 ist im Protokollbuch der Sankt Sebastianus-Bruderschaft Büttgen für die Jahre 1908 – 1948 dokumentiert, dass sich Holzbüttgener Bürger und Schützen dafür aussprachen, sich in altgewohnter Weise wieder an der Hauptparade am Sonntagmorgen in Büttgen zu beteiligen. Holzbüttgen erhält sechs Komiteemitglieder: Josef Küppers, Otto Welter, Matthias Schroers, Jakob Frommen, Christian Schmitz und Heinrich Schmitz.

Dass der Schützenzug in Büttgen sich so großartig gestaltete, ist nach einer Eintragung im Protokollbuch vom 16. Juli 1920 mit darauf zurückzuführen, dass Holzbüttgen 9 Züge stellte, neben Büttgen-Dorf mit 14 Zügen, Driesch und Höfe mit 4 Zügen. Wörtlich heißt es im Protokollbuch: „Es war dies ein Schützenfest wie es Büttgen noch nie erlebt hat.“

Weitere Aufzeichnungen geben keine genauen Details bis zum Jahre 1926 wieder, wo zum ersten Mal, Züge mit dem offiziellen Namen benannt werden und zwar aus einem Rechnungsbericht über Einschreibegelder, die an die Bruderschaft entrichtet wurden. Neben dem „Pionierzug Lauth“ aus Büttgen wird ein „Pionierzug Kuckhoff“ aufgeführt, der eindeutig auf Holzbüttgen zurückzuführen ist. Als weitere Züge aus Holzbüttgen sind „Grenadierzug Karis“, „Grenadierzug Körschenhaus“ und „Grenadierzug Frommen“ sowie „Jägerzug Tillmann“ und „Jägerzug Sticker“ aufgeführt. Auch stellte Holzbüttgen einige Chargierte. Außerdem ist festgehalten, dass die Musiker in Holzbüttgen auch ein Bier bekommen haben. Für die Jahre 1928 – 1935 wurden immer wieder die Einschreibegelder - Holzbüttgen - im Kassenbuch der Sankt Sebastianus-Bruderschaft Büttgen aufgeführt. Somit kann man das Jahr 1926 als offiziell datiertes Gründungsjahr des Holzbüttgener Pioniercorps annehmen.
Den personell stärksten Aufschwung verzeichneten die Holzbüttgener Pioniere ab den fünfziger Jahren. Als Matthias Maaßen das Amt als Oberst annahm, übernahmen die Pioniere das Setzen des Mais für den Oberst für die Schützenfesttage, was bis heute als Tradition beibehalten wurde. Mit der Ernennung von Herbert Faber zum Major als eine persönliche Auszeichnung durch den Oberst wurde der Pionierzug zum Corps aufgewertet.

Aber nicht nur in Holzbüttgen waren die Holzbüttgener Pioniere mit ihrer Aktivität bekannt. Sie agierten in Tirol als Repräsentanten des Schützenwesens, ebenso wie in Bayern bei den Mittenwaldern Gebirgsschützen und bei vielen Bruderschaften des Rheinlandes. Dadurch holten sie viele gewonnene Freunde zu unserem Schützen- und Heimatfest. Insgesamt kommen drei Schützenkönige mit Minister aus den Reihen des Pioniercorps Holzbüttgen.

Zur Zeit steht das Pioniercorps unter Leitung von Hauptmann Hans Peter Herrmann. Der langjährige Major Herbert Faber hat aus Altersgründen die Leitung abgegeben; er feiert genau wie das Pioniercorps in diesem Jahr seinen 80. Geburtstag. Die Wünsche des Pioniercorps für das Jubiläum sind, dass die Harmonie aller Jahre auch bei den Nachfolgern so weiter lebt. Das Pioniercorps wünscht sich, dass junge Menschen den Weg dahin finden und das Corps vergrößern und so weiter leben zu lassen, dass 100 Jahre ein erreichbares Ziel sind.


von der Hompage der Bruderschaft

2001: 75 Jahre Pioniercorps



Wie kommt es zu 75 Jahren? Uns war immer schon bekannt, dass der Pionierzug bereits so um 1920 bestand. Viele Jahre versuchten wir, Unterlagen zu finden. Dies gelang uns leider nicht. Da jedoch um 1920 die Holzbüttgener schon in Büttgen mitmarschiert sind, versuchten wir es dort. Recherchen ergaben, dass die Holzbüttgener bis 1926 im Pfarrbuch von St. Aldegundis Büttgen nur mit Teilnehmerzahlen geführt wurden. Ab 1926 waren jedoch die Züge Pioniere, Fidelia, Einigkeit und ein Jägerzug aufgelistet. Das war für uns Anlass, dieses Jahr als Gründungsjahr zu übernehmen.

1927 wird als erster Hauptmann H. Kuckhof erwähnt. Es folgte 1930 Willi Schrills und danach Peter Köhnen, Peter Schmitz, Peter Brockers, Hans Brockers, Josef Blassen, Theo Koplin und August Welter, alle in Holzbüttgen bestens bekannt. 1936 übernahm dann Paul Bienefeld den Pionierzug mit einer fast neuen Mannschaft.

Nach den Kriegswirren 1950 der Neuanfang: In der Versammlung am 1. April 1950 wurde Paul Bienefeld wieder zum Vorsitzenden und Hauptmann gewählt. Weiter dabei waren Josef Esser, Peter Höfges, Theo Maaßen, Heinz Schönen, Karl Hohnrath und Friedel Welter. Zum Schützenfest kamen noch Peter Nilgen und Georg Kaluna hinzu. Der Beitrag betrug damals 1,-- DM vierteljährlich.

1955 führte dann Heinz Mayer den Zug mit einigen neuen Mitgliedern. 1959 kamen Herbert Faber und Heinz Schmitz hinzu. Letzterer übernahm 1960 den Zug und leitete einen Neuaufbau ein. 1964 folgte Herbert Faber, der den Zug bis 1997 führte. Zweimal war er Schützenkönig in Holzbüttgen. Er wurde wegen seiner Verdienste zum Ehrenmajor und Vorsitzenden gewählt. Ihm folgte wieder Heinz Schmitz.

1971 wurden nach langem Zögern eigene Uniformen angeschafft, da die Einladungen immer mehr wurden. Zuerst bei den befreundeten Sappeurcorps, dann in Düsseldorf-Bilk, Niederkassel, Volmerswerth, Hamm und über 25 Jahre in Büttgen-Driesch. Besonders herausragend sind die gegenseitigen Besuche mit den Schützen in Absam Tirol und den Gebirgsschützen in Mittenwald, mit denen uns eine intensive Freundschaft verbindet.

2001: Homepage

Zum 75 jährigen bestehen gab es eine Homepage mit der Domain pioniercorps.de als Geschenk von den Scheibenschützen.
Mangels Zeit verharrte diese Seite zuletzt ein wenig in einem Dornröschenschlaf aus dem wir sie im Jahre 2013 hoffentlich entgültig erweckt haben.